Direkt zum Inhalt
Kampf um den Regenbogen

Kampf um den Regenbogen Bleibt es beim Nein zur Regenbogenfahne auf dem Bundestag?

ms - 16.06.2025 - 14:00 Uhr
Loading audio player...

Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) hat in diesem Jahr festgelegt, dass auf dem Bundestag zum IDAHOBIT Mitte Mai die Regenbogenflagge gehisst wurde, dafür aber nicht mehr beim CSD oder anderweitigen Pride-Events in der Regenbogenhauptstadt. Die internationale Organisation All-Out hat dagegen nun eine Petition gestartet, die bis heute rund 8.600 Menschen unterschrieben haben. 

Zeichen der Solidarität

Die Forderung ist klar: Die Regenbogenflagge gehöre auf den Bundestag. „Das ist ein fatales Signal – gerade jetzt, wo LGBT*-Rechte in Deutschland und weltweit wieder massiv unter Druck geraten. In einer Zeit, in der queere Menschen täglich mit Ausgrenzung, Hetze und Gewalt konfrontiert sind, braucht es klare Zeichen der Solidarität – und keinen Rückzug!“, so All-Out. Klöckner selbst hatte ihre Absage mit der Aussage begründet, der CSD lebe vom Protest „auf der Straße“, der Bundestag solle sich da heraushalten. 

Appell an Klöckner 

„Ein Verzicht auf das Hissen der Flagge bedeutet: Rückzug statt Haltung. Schweigen statt Sichtbarkeit. Dabei sollte gerade das Parlament ein Ort sein, an dem Diskriminierung keinen Platz hat – und an dem Grundrechte verteidigt werden, auch gegen den gesellschaftlichen Gegenwind. In einem offenen Brief appelliert die Organisation dann ganz direkt an die Bundestagspräsidentin: „Die Schwarz-Rot-Goldene Flagge steht für unser Grundgesetz – doch die Regenbogenflagge ergänzt sie um eine Botschaft, die aktueller nicht sein könnte: Niemand soll wegen seiner Identität ausgeschlossen, beleidigt oder angegriffen werden. Bitte zeigen Sie Mut. Zeigen Sie Haltung.“ Erstmals war 2022 die Regenbogenflagge auf dem Bundestag gehisst worden. 

Keine Lippenbekenntnisse 

Kritik am Verhalten von Klöckner kommt auch von der Linksfraktion - sowohl bezüglich der Absage zur Regenbogenflagge wie auch zur Entscheidung, dass die Bundestagsverwaltung ihre Teilnahme am Berliner CSD absagen musste. Der queerpolitische Sprecher der Linken, Maik Brückner, spricht von einem „fatalen Symbol, ein stilles Abrücken von der Solidarität mit queeren Menschen." Zudem betonte er:„Der Kurswechsel von Julia Klöckner und der CDU ist kein Zufall – er ist ein gezielter Angriff auf queeres Leben. Dass queere Sichtbarkeit aus dem Bundestag verbannt wird, ist Ausdruck eines gefährlichen Rechtsrucks – auch innerhalb der Bundesregierung. Wer nicht für queere Rechte eintritt, stellt sich gegen sie. Wenn Frau Klöckner meint, die Deutschlandfahne stehe für sexuelle Selbstbestimmung, dann soll sie das beweisen – durch politischen Einsatz, nicht durch Symbolpolitik auf Kosten queerer Menschen. Wir brauchen keine Lippenbekenntnisse – wir brauchen klare, gesetzlich verankerte Rechte!“

In einer zweiten Petition spricht sich hingegen die christlich-konservative Gruppe CitizenGO gegen die Regenbogenflagge aus - in der Vergangenheit hatte das Bündnis sich bereits gegen die gleichgeschlechtliche Ehe eingesetzt. Bisher rund 32.000 Unterzeichner bekräftigen Klöckner bei ihrem Entschluss, keine Pridefahne auf dem Bundestag hissen zu lassen. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Himmelstürmer wird Imprint

Queere Literatur soll wachsen

Der queere Verlag Himmelstürmer wird Teil der FASH Medien Verlag GmbH, bleibt eine eigenständige Marke und wird mit zusätzlichen Ressourcen wachsen.
DoxyPEP und Sonnenschutz

Arzt warnt vor Sonnenbrand

Mit den steigenden Temperaturen erinnert ein Arzt aus der LGBTIQ+-Community Anwender von DoxyPEP an wichtige Punkte im Sommer.
Abnehmspritze und Sexualität

Unterschiedliche Effekte bei GLP-1

GLP-1-Spritzen können laut Fachleuten nicht nur beim Abnehmen helfen, sondern auch das Sexualleben beeinflussen – mit gegensätzlichen Auswirkungen.
Pride im New Yorker Rathaus

Ehrungen für LGBTIQ+-Engagement

Mit einem erstmals veranstalteten Pride Ball im New Yorker Rathaus hat der Stadtrat die LGBTIQ+-Geschichte der Metropole gewürdigt.
Gewalt in den Niederlanden

Zunahme queerfeindlicher Vorfälle

Die Angriffe auf LGBTIQ+-Menschen in der niederländischen Region Utrecht sind massiv angestiegen. Ein Warnsignal für das ganze Land.
Schockfinale bei Tip Toe

Britische Zuschauer sind entsetzt

Spoiler Alert: Das Finale der LGBTIQ+-Serie „Tip Toe“ sorgt mit einer brutalen Gewalttat und einer Warnung für heftige Reaktionen in Großbritannien.
Coming-Out im Rugby

Kane Evans ist schwul

Ex-Rugby-Profi Kane Evans hat sich als schwul geoutet und über seinen jahrelangen Kampf mit Selbstzweifeln, Sucht und Suizidgedanken gesprochen.
Stonewall Award für Biden

Ex-Präsident für Engagement geehrt

Der frühere US-Präsident Joe Biden ist für sein langjähriges Engagement für LGBTIQ+-Rechte ausgezeichnet worden und hat der Community Mut zugesprochen